Urlaub am Olymp – den Göttern so nah

Angeregt durch Noah, der ganz begeistert von dem Buch „Diebe im Olymp“ von Percy Jackson erzählt hat und ganz fasziniert von den Griechischen Göttern war, habe ich mich kurzfristig entschieden, nach Reiseangeboten für die 1. Woche der Osterferien in dieser Gegend Griechenlands zu schauen. Überraschenderweise bin ich bei Travelzoo (https://www.travelzoo.com/de/) schnell fündig geworden und habe ein Paket mit Flug, Unterkunft im 5* Hotel Dion Palace Resort & Spa (https://dionpalace.com) inklusive Halbpension mit Blick auf den Olymp zu einem sehr guten Preis gefunden, was ich nach kurzer Überlegung gebucht habe. Ich konnte außerdem wählen, ob ich ein Zimmer im Hotelgebäude oder in einem Bungalow direkt am Strand haben wollte. Meine Wahl fiel natürlich auf den Bungalow am Strand.

Im Vorfeld haben wir einige Kapitel im bei dtv junior erschienenen Buch: Als Zeus der Kragen platzte – Griechische Sagen neu erzählt von Dimiter Inkiow gelesen.

Am BER flogen wir mit Verspätung nach Thessaloniki los, warum erläuterte niemand. 

In Griechenland angekommen, warteten wir eine ganz Weile auf unseren Shuttle zur Mietwagenfirma. Dort ging dann alles sehr schnell und wir bekamen einen kleinen Fiat Panda. Nach einigen Problemen mit der Karten App und der Ausschilderung auf Griechisch,

habe ich Noah nach vorne geholt, der uns dann super zum Hotel navigiert hat. Dort angekommen, wurden wir sehr freundlich mit leckerem Orangensaft begrüßt und zu unserem Zimmer gebracht. Wie sich herausstellte, war meine Wahl mit dem Zimmer im Bungalow in Strandnähe genau richtig. Wir bekamen gefühlt das beste Zimmer, das es in diesem Hotel gibt! Es war sehr schön und geschmackvoll eingerichtet und bot zudem einen tollen Blick aus dem großen Fenster direkt aufs Meer. Außerdem hatten wir eine sehr große Terrasse, von der aus wir sowohl zum Meer, als auch auf die schneebedeckten Bergspitzen des Olymps schauen konnten.


Da es am Vortag aufgrund eines Unwetters Probleme mit der Elektrik gegeben hatte, funktionierten die Türkarten im gesamten Hotel nicht. Bei uns war sogar das komplette Schloss ausgebaut. Die Tür ließ sich zwar sicher schließen, allerdings mussten wir jemandem Bescheid sagen, der uns mit einem Generalschlüssel die Tür wieder öffnen konnte. So packte ich erst einmal in Ruhe aus. Anschließend liefen wir zum Meer und erkundeten die Hotelanlage.

Das Hotel hatte erst vor 2 Tagen nach über 2-jähriger Schließung wieder eröffnet. Einige der Pools waren noch nicht mit Wasser gefüllt und der Spa- Bereich mit Innenpool hatte wegen Corona geschlossen. Das war für uns kein Problem, da Noah aufgrund seines Alters sowieso nicht in diesen Bereich gedurft hätte.

Das Essen wurde in Büfettform angeboten, war abwechslungsreich und sehr lecker. Abends gab es jeweils einen Tisch mit unterschiedlichsten Broten und Brötchen, 2 mit Salaten, einen weiteren mit Käse und Häppchen, einen großen Bereich mit warmen Speisen und einen runden Tisch mit Desserts. Da fiel die Auswahl recht schwer. Noah war total begeistert, weil er so etwas noch nicht erlebt hatte. Es war so schön warm, dass wir draußen mit Blick auf den oberen Pool und das Meer Platz nahmen.

Es gab sehr viel Personal, das unglaublich freundlich war und sich immer wieder mit uns unterhielt. Ein Kellner sprach auch wunderbar Deutsch, weil er einige Zeit in Deutschland gelebt hatte.

Als wir nach dem Abendessen zurück zu unserem Zimmer kamen, war das Schloss immer noch nicht repariert. Die Technikerin musste in sämtlichen Zimmern die Schlösser in Ordnung bringen und kam bei uns erst nach 22 Uhr vorbei. Allerdings musste sie dann noch mehrfach wiederkommen, weil sich bei den ersten beiden Malen die Tür von innen nicht öffnen ließ und ich jeweils schnell auf die Terrasse lief, um nach ihr zu rufen, damit wir nicht eingesperrt waren. Letztlich tauschte sie das komplette Schloss aus und so konnten wir um 23:30 Uhr endlich erschöpft von diesem ereignisreichen Tag einschlafen.

Nach einem ausgiebigen und ebenso abwechslungsreichen Frühstück wollten wir heute nur eine kurze Strecke zurücklegen und so machten wir uns auf den Weg nach Dion, um dort den Archäologischen Park zu besuchen, der zu den bedeutendsten antiken Stätten Griechenlands gehört. Nähere Informationen kann man hier nachlesen: https://dl.orangedox.com/OlympReisefuehrer/.
Durch die gestrige Erfahrung habe ich lieber gleich die App „Pocket Earth“ genutzt, mit der alles prima klappte. Noah ist ein sehr aufmerksamer Beifahrer, der den Weg gut beobachtet, was für mich sehr hilfreich war.

Wie sich herausstellte, ist der Archäologische Park eine sehr große Anlage, so dass wir einige Stunden dort verbrachten. Neben den Tempeln, dem romanischen und hellenistischen Theater, den Überresten einer Basilika, den Badehäusern und Mosaiken konnten wir in einiger Entfernung immer wieder den Olymp sehen.

Außerdem blühte es überall wunderschön.

Da die Eintrittskarte auch für das Museum in dem Ort galt, besuchten wir dieses noch im Anschluss.

Zurück im Hotel gönnten wir uns erst einmal ein großes Eis. In den Tavernen unterwegs hatten sie nämlich (noch) keins. 

Anschließend wollten wir auf jeden Fall den Pool austesten. Nachdem wir erst einmal eine Weile am Beckenrand gesessen hatten und uns wegen des eiskalten Wassers ganz schön überwinden mussten, sind wir schließlich ins Wasser gegangen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass mein Hals gefriert. Nach einigen Bahnen wurde es ganz angenehm, so dass wir uns anschließend sogar noch kurz auf die Liegen legten. 

Am Sonntag bin ich ganz früh aufgewacht, so dass ich von unserem wunderschönen Zimmer und der Terrasse aus den Sonnenaufgang beobachten konnte. 

Ab mittags war Regen vorhergesagt.

So beschlossen wir, die am Olymp gelegenen Orlias-Wasserfälle in unserer Nähe am Vormittag zu erkunden.
Der letzte Teil der Straße schlängelte sich in steilen Kurven und Serpentinen am Berg entlang. Unser kleines Auto hatte damit etwas Schwierigkeiten, so dass ich teilweise im 1. Gang fahren musste. 

Der Fußweg zu den Wasserfällen war kurz, gut ausgeschildert und mit etwas Klettern verbunden. Die Farbe des Wassers sah einfach toll aus.

Nach diesen schönen Eindrücken haben wir auf dem Rückweg noch einen Abstecher zu einem Sandstrand am Meer gemacht, wo wir schöne Muscheln entdeckt haben. 

Direkt neben unserem Hotel steht eine kleine Kirche, in deren Garten es auch wunderschön blühte. 

Inzwischen fing es etwas zu tröpfeln an und erweiterte sich schließlich zu einem ordentlichen Regenguss. Von unserem Zimmer aus konnten wir das nun stürmische Meer und die herumfliegenden Auflagen der Liegen beobachten und schließlich auch einen Regenbogen entdecken.
Die Bergspitzen des Olymps waren irgendwann verschwunden.

Da es sich ziemlich abgekühlt hat, haben wir das Abendessen zum 1. Mal im Restaurant eingenommen.

Montags ist Markt in Litochoro, von daher sind wir am Vormittag in diesen Ort gefahren und waren dem Olymp noch ein Stückchen nähergekommen. Von diesem Ort aus beginnen auch viele Bergtouren. Der Markt selbst war nichts Besonderes. Neben Obst und Gemüse wurde Honig angeboten und Fisch, der allerdings in der prallen Sonne lag.

Nachdem wir den Ort erkundet haben, begaben wir uns auf den Weg zu dem noch viel höher gelegenen Dorf Paleos Panteleimon/Palaios Panteleimonas. (Je nach Schreibweise findet das Navi den Ort oder auch nicht.) Das Auto ließen wir außerhalb stehen, wobei der Weg in den Ort sehr kurz war. Alle Gassen und Wege dieses wunderschönen Dorfes sind mit Natursteinen gepflastert. Die ursprünglichen Häuser wurden teilweise wieder hergerichtet, einige sind allerdings auch ziemlich verfallen.

Der Ort ist noch näher am Olymp und man hat von hier aus auch einen tollen Blick auf das Meer. So erblickten wir die burgähnliche Anlage Platamon, an der wir auf dem Rückweg fast direkt vorbeikamen. Obwohl es einen Hinweis gab, dass das sich darin befindende Museum gerade geschlossen hat, sind wir den kurzen Weg dahin gelaufen. Da auch der Innenhof schon zu war, haben wir die Anlage umrundet und uns wieder einmal über die vielen blühenden Pflanzen gefreut.

Am nächsten Tag haben wir uns morgens Zeit gelassen, weil wir in das Museum nach Vergina wollten, das laut Reiseführer dienstags erst um 12 Uhr öffnet. Die Fahrt dahin war abenteuerlich, da uns Pocket Earth den kürzesten Weg angezeigt hat, was bedeutete, dass wir über Straßen geleitet wurden, die in Deutschland höchstwahrscheinlich für Fahrzeuge komplett gesperrt wären. In unserer Fahrtrichtung war nämlich immer wieder ein Teil der Fahrbahn abgesackt bzw. durch viele Risse beschädigt. Da sich niemand anderes auf dieser Route befand, konnte ich relativ weit rechts oder in der Mitte der Straße fahren. Der Blick aus den Fenstern in die Weite mit grünen Feldern, blühenden Blumen und Bäumen war super schön. Nach einer gefühlten Ewigkeit landeten wir wieder in der „Zivilisation“ und hatten es dann auch nicht mehr weit bis zu unserem Ziel. Erstaunlich war, dass der Parkplatz fast leer war und alle Tavernen auf dem Weg geschlossen waren. Warum, erfuhren wir dann, als vor dem verschlossenen Tor des Grabhügels standen. Entgegen unseren Informationen hatte das Museum dienstags zu! Um unsere Enttäuschung etwas abzumildern, liefen wir in Richtung des Ortszentrums, nahmen einen kleinen Snack ein und gönnten uns ein großes Eis.

Anschließend liefen wir am Parkplatz vorbei, zu dem Gebiet des antiken Ortes Aigai, in dem sich Ausgrabungen, die Überreste des früheren Amphitheaters, in dem Philipp II. ermordet wurde und Reste des Palastes von Aigai befinden. Alles war ebenfalls geschlossen und wirkte auch nicht so, als würde es in den nächsten Tagen öffnen.

Bei dem alten Palast bzw. dem, was davon übrig ist, waren Bauarbeiten im Gange. Ich fragte, ob wir vorsichtig einen Blick hineinwerfen dürfen. Wir hatten großes Glück, dass sogar einer der dort Beschäftigten uns über die gesamte Fläche führte und uns auf Deutsch darüber berichteten konnte! Wie sich herausstellte, ist er in Deutschland aufgewachsen und beherrschte deshalb so gut unsere Sprache. So hatten wir nach der Enttäuschung über das geschlossene Museum doch noch ein wunderbares und außergewöhnliches Erlebnis.
Auf dem Rückweg nahmen wir wieder dieselbe Strecke, da wir sie ja nun schon kannten und wussten, dass sich die Fahrbahnschäden hauptsächlich in der Gegenrichtung befinden. Diesmal begegneten wir sowohl einer Ziegen- als auch einer Schafherde.

Nach einem wieder wunderschönen Sonnenaufgang, den wir jeden Morgen von unserem Zimmer und der Terrasse aus sehen können, wenn wir früh genug aufwachen, sind wir zeitig zum Frühstück gegangen, weil wir einen langen Weg zu den Meteora Klöstern vor uns hatten.

Die Fahrt dahin hat sich sehr gelohnt, weil allein schon die in der Landschaft stehenden Felsen beeindruckend sind. Oben auf einzelnen Felsen thronen verschieden große Klöster. Heute gibt es noch sechs, die man besichtigen kann. Die Zeiten und Tage dafür sind sehr unterschiedlich. Am Wochenende haben alle geöffnet, dann soll es aber auch am vollsten sein. Wir waren am Mittwoch da. Ein Kloster hatte mittags geschlossen, aber auch von außen war es sehenswert. Ein weiteres war an diesem Wochentag zu, aber auch hier lohnte sich der Anblick von außen. Der früher sehr schwierige Anstieg zu einem Kloster ist heute recht einfach. Meist sind nur eine überschaubare Anzahl von Treppen zu bewältigen und schon ist man da.
Auf Empfehlung des Blogs von Tom und Ella https://greece-moments.com/meteora-kloester/ haben wir beim Kloster Agia Triada (Monastery of Holy Trinity) begonnen. Die Anlage ist recht klein und vermittelt dadurch einen guten 1. Eindruck. Hier fanden einige Bauarbeiten statt, so dass wir den Innenhof nicht betreten konnten. Der weitere Außenbereich bot einen sagenhaften Blick auf den Ort Kalambaka. 

Von hier aus fuhren wir in nordöstlicher Richtung weiter und hatten unterwegs immer wieder tolle Ausblicke auf die unterschiedlichen Klöster. Das Holy Monastery of St. Stephan hatte gerade Mittagspause, aber auch von außen vermittelte es einen guten Eindruck seiner Größe.

Das Roussanou Kloster hat mittwochs geschlossen, seine Lage und der entsprechende Anblick faszinierten mich sehr. Es war generell überwältigend seinen Blick schweifen zu lassen, weil wir überall Klöster auf den Felsen entdecken konnten.

Wir fuhren weiter zum Kloster Varlaam, das wir von Weitem schon vom Kloster Agia Triada aus bewundert hatten. Hier unternahmen wir unsere 2. Besichtigung. Um zum Kloster zu gelangen, mussten wir eine kurze Brücke überqueren, die die Verbindung zwischen zwei Felsblöcken darstellte. Diese Klosteranlage ist viel größer, als die zuvor besuchte und beinhaltet auch ein Museum. In dem eigentlichen Kirchenraum, in dem sowohl die Wände als auch die Decke komplett bemalt sind, darf man keine Fotos aufnehmen. Hier haben wir auch zwei Mönche gesehen.

Nach diesem Besuch haben wir entschieden, dass wir genug von innen gesehen haben und fuhren weiter durch das Gebiet der Klöster, um die Gegend auf uns wirken zu lassen. Dabei entdeckten wir das eben besuchte Kloster noch einmal von unten.

Das Holy Monastery of Grand Meteoron erschien uns sehr groß und hatte bei unserer Ankunft bereits geschlossen. So konnten wir an unserem Vorhaben festhalten, kein weiteres Kloster zu besuchen.

Das Kloster St. Nikolaos Anapavsas ist hervorragend in einen Felsen eingepasst.

Egal von welcher Richtung man schaut, ist der Blick immer wieder anders und sensationell.

Kein Wunder, dass diese Klöster zum UNESCO Weltkulturerbe gehören!

Nach der langen Autofahrt an diesem ereignisreichen Tag, hatten wir das Bedürfnis nach einem Strandspaziergang. Durch das Mondlicht wurden die Sonnenschirme und Liegen hell angestrahlt.

Die Beleuchtung des Hotelgeländes gefiel uns auch sehr gut.

Am nächsten Tag unternahmen wir einen erneuten Versuch das Museum im Grabhügel in Vergina zu besichtigen. Diesmal fuhren wir die weitere, aber wesentlich besser zu befahrene Strecke, auf der es im Gegensatz zur Auskunft im Navi um einiges schneller ging. Dabei kamen wir an einem interessanten Objekt auf dem Dach eines Hauses vorbei.

In Vergina angekommen, standen nun gleich mehrere Busse und auch ein paar Autos auf dem Parkplatz. Für Noah musste ich auch hier keinen Eintritt bezahlen. Das Museum hat eine interessante Geschichte: Nachdem die Gräber entdeckt wurden, wurde der Grabhügel abgetragen und die Ausgrabungen vorgenommen. Nun wurde das Museum unter Einbeziehung der Gräber gebaut und schließlich darüber der Grabhügel wieder angelegt. So befindet sich das komplette Museum unter der Erde.

Bei unserem Hotel haben wir noch einmal einen Spaziergang am Meer entlang unternommen und dabei wieder nach schönen Muscheln Ausschau gehalten.

Zum Abschied sind wir frühmorgens vor unserem Frühstück ein letztes Mal an den Strand gegangen.

Begleitet hat uns auf der Reise das ziemlich große und schwere Buch „Griechische Mythen und Sagen“ des dk-Verlags. Die gemeinsame Reiselektüre war für uns beide spannend und sehr informativ. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir die Namen der Götter und Göttinnen sowie ihre Eigenschaften nicht alle merken kann.


Wir haben eine wunderschöne Woche an der griechischen Riviera verbracht und das Land sehr grün erlebt. Alle Menschen, denen wir begegnet sind, waren überaus freundlich und erstaunlich viele sprachen Deutsch, weil sie eine Zeit lang in Deutschland gelebt hatten oder sogar hier aufgewachsen sind.
Wir kommen sehr gerne bald wieder!

Anfang Februar auf Lanzarote


Meine 1. Reise nach Lanzarote im November 2000 hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war damals total fasziniert von den Bauten César Manriques, die für mich eine Einheit von Natur und Architektur bilden. Manrique hat sich sein Leben lang dafür eingesetzt, dass auf der Insel keine Hotelburgen gebaut werden und die Natur geschützt wird, was ich an Lanzarote besonders schätze. Das ist auch bis heute, bis auf eine Ausnahme, so geblieben. Selbst in der Hauptstadt Arrecife gibt es nur ein Hotel-Hochhaus. Dieses wurde gebaut, als César Manrique gerade nicht auf der Insel weilte.
Schon vor 21 Jahren faszinierte mich diese Insel. Allerdings habe ich nach einer Woche das Grün doch sehr vermisst. Von daher war ich gespannt, wie sich die Natur im Februar präsentiert. Tatsächlich erfuhren wir, dass das Frühjahr die grünste Jahreszeit wäre.

An unseren Anreisetag war für Berlin starker Wind mit Böen von 120 Stundenkilometern vorhergesagt. Unser Flug sollte aber trotzdem pünktlich losgehen. Das Boarding begann auch frühzeitig. Allerdings standen wir dann fast eine Dreiviertelstunde im „Finger“. Irgendwann kam der Pilot an uns Wartenden vorbei und erklärte, dass der Caterer das Flugzeug wegen des Windes nicht beladen könnte. Er fragte uns, ob wir alle ausreichend mit Essen und Getränken versorgt wären. Er selbst würde jetzt noch etwas besorgen und wenn er wiederkommt, könnten wir einsteigen. Meine Frage, ob wir bei dem Wind überhaupt fliegen könnten, beantwortete er mit „ja, allerdings wird es beim Start wohl etwas ruckelig werden“. So war es dann auch. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass wir extrem langsam hochgingen.
Über den Wolken war es dann sehr ruhig. Wir sahen die aufgehende Sonne und den Wolkenteppich unter uns, was sehr schön war.

Nach 5 Stunden Flugzeit sind wir mittags gut auf Lanzarote angekommen. Mit unserem Mietwagen fuhren wir nach Nazaret, wo wir in dieser Woche unser Quartier hatten.

Die sehr nette Besitzerin des Bed and Breakfast gab uns gleich Tipps für den weiteren Verlauf des Tages, die wir gerne annahmen.
In nur wenigen Minuten erreichten wir die Fundación César Manrique in Tahiche. Wir kauften ein Eintrittsticket für 17 €, dass auch den Einlass in das Wohnhaus des Künstlers in Haría beinhaltete. Der Einzelpreis würde jeweils
10 € betragen. 
Der 1919 geborene Künstler und Architekt César Manrique hat sein Wohnhaus direkt auf einen erstarrten Lavastrom gesetzt. Das Grundstück bekam er von dem vorherigen Besitzer geschenkt, weil es für ihn als Bauer wertlos war. Die Einbeziehung der Natur in die Planung und Umsetzung des Hauses wie z. B. die Gasblasen, die durch den Vulkanausbruch entstanden sind und der Blick auf die Lava finde ich sehr faszinierend. 

In der Umgebung haben wir immer wieder Löcher im Boden entdeckt. Teilweise wachsen darin Palmen oder andere Pflanzen.
Das besondere Aussehen der Lava an vielen Stellen Lanzarotes entstand dadurch, dass die beim Vulkanausbruch durch Explosionen in die Luft geschleuderten Lavafregmente noch heiß auf den Boden fielen und dann wieder zusammenschmolzen. So konnten sich kleine Lavaflüsse bilden.
Bei Vulkanen in anderen Ländern habe ich diese besonderen Gebilde bisher nie gesehen.

Nach dieser Besichtigung sind wir weiter nach Guatiza gefahren und haben uns dort den Jardín de Cactus angeschaut, der ebenfalls von César Manrique gestaltet wurde. Wir kauften ein Ticket für 29 €, das für 4 Sehenswürdigkeiten gültig war.

Auch hier wurde deutlich, dass Manrique die natürlichen Materialien der Insel bevorzugte.
Die Kakteen wirkten teilweise wie abgestorben, hatten dann aber wieder ganz frische Triebe.

Nach diesen beiden Besichtigungen sind wir ans Meer gefahren, wo wir in der Ferne ein Kreuzfahrtschiff gesehen haben. Die Sicht war durch Calima ziemlich getrübt. Bei dieser Wetterlage weht feiner Sandstaub aus der Sahara herüber.

Wir entdeckten ein Restaurant, in dem wir Thunfisch mit Papas arrugadas und Salat bestellten. Die kleinen Kartoffeln sind typisch für die kanarischen Inseln. Sie werden mit viel Salz gekocht. Nachdem das Wasser abgegossen wurde, bleiben sie noch weiter im Topf bis sie schrumpelig werden. Dazu gibt es in der Regel (milde) grüne und (etwas schärfere) rote Mojo (Soße).
Für die Menge, die wir bekamen, war das super leckere Essen sehr günstig.


An der Costa Teguise gefiel es uns gut.


Auf dem Weg nach Haría haben wir einen Abstecher zur Ermita de las Nieves gemacht. Die Kapelle der Schneejungfrau war zwar geschlossen, der Blick trotz wieder eingeschränkter Sicht und peitschendem Wind sehr schön.

Haría wird auch die Stadt der 1000 Palmen genannt. Bereits auf der Fahrt dorthin wird einem deutlich, warum sie so bezeichnet wird. Der Ort selbst ist mit 2 Plätzen sehr nett.

Nachdem wir durch die Gassen geschlendert sind, haben wir uns das Wohnhaus von César Manrique angeschaut.

Innen darf man leider nicht fotografieren.
In fast jedem Raum des Hauses stehen Fotos von César Manrique, zum Teil mit berühmten Persönlichkeiten. Besonders beeindruckt hat mich das Badezimmer, das zu seinem Schlafzimmer gehört. Es hat eine runde Badewanne und eine große Fensterfront, die durch eine Vulkansteinmauer sichtgeschützt ist. Ein Pool und ein Solarium gehören ebenfalls zum Gelände, sowie ein extra Gebäude mit seinem Atelier.

Von Haría aus machten wir nun einen Abstecher zum Mirador de Guinate, von wo aus wir einen sagenhaften Blick zur Isla La Graciosa hatten. Allerdings war der Wind so stark, dass ich es alleine nicht geschafft habe meine Autotür zu öffnen!

Unsere Tour ging weiter zum Vulkan Monte Corona, dem 605 m hohen Kronenberg. Der Wanderweg war nicht gekennzeichnet, auf Nachfrage wurde uns der Beginn der Route beschrieben. Wir kamen an vielen Kakteen und für die Insel typischen Schutzmauern aus Vulkansteinen entlang. Hier wurde hauptsächlich Wein angebaut, aber auch Mandelbäume konnten wir entdecken.

An der Abbruchkante angekommen, war es wieder sehr windig, so dass ich lieber nicht zu nah heranging.

In Las Pardelas besuchten wir die Aloe Vera Farm Lanzaloe und lauschten einer geführten Tour eine Weile zu, wobei wir einiges Interessantes über die Pflanze erfuhren.

Mit Blick auf den Hafen und die Fähre nach La Graciosa haben wir in Órzola leckere Calamares gegessen.

Auf dem Rückweg hatten wir dann erst blauen Himmel und später eine recht gute Sicht auf die Vulkane in der Umgebung,

so dass in uns die Hoffnung geweckt wurde, dass sich die Calima Wetterlage ändern könnte. Der morgendliche Blick in meine Wetter App verwies nämlich immer, dass die Luftqualität schlecht und ungesund ist. Zum Glück haben wir keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen gespürt. Lediglich unser Mietwagen war mit einer leicht rötlichen Staubschicht versehen. Sandstürme gab es keine.

Der Parque Nacional de Timanfaya (Nationalpark Timanfaya) ist absolut beeindruckend.

Über einige Kilometer kommt man an einer derart ungewöhnlichen und unwirklich wirkenden Landschaft vorbei, dass es einfach unglaublich ist. So weit das Auge blicken kann, sieht man Vulkane und rundherum Gesteinsbrocken, Lavaströme und Höhlen. Mit dem Fahrzeug kann man bis zu einem Parkplatz beim Restaurant fahren, von wo aus eine Rundfahrt um die Feuerberge mit dem Bus startet. Diese ist sehr beeindruckend. Der Fahrer hält an etlichen Stellen an, damit man aus dem Bus heraus Fotos machen kann, das Aussteigen ist während der gesamten Fahrt nicht vorgesehen. Durch die getönten Scheiben des Busses wirken die Bilder allerdings sehr blaustichig. 

In der Nähe des Parkplatzes wird die Hitze der Vulkane vorgeführt. Zum einen wird trockenes Gestrüpp in ein tiefes Loch getan, was nach relativ kurzer Zeit erst zu qualmen und dann zu brennen beginnt.

Zum anderen wird Wasser in ein Loch geschüttet, was dann als Fontäne wieder herausspritzt.

An anderer Stelle werden über einem Rost Hähnchenschenkel nur durch die Hitze des Vulkans gegrillt.


Nach diesen beeindruckenden Vorführungen machten wir eine Abstecher nach Yaiza. Dieser früher sehr arme Ort ist heute sehr sauber mit vielen weiß getünchten Häusern und einer innen ungewöhnlich aussehenden Kirche.

Anschließend fuhren wir weiter nach El Golfo, wo wir eine kurze Wanderung mit Ausblick auf das Meer und die smaragdgrüne Lagune unternahmen. Die Lagune ist unterirdisch mit dem Atlantik verbunden. Die Farbe entsteht durch eine Algenart, die sich an den hohen Salzgehalt angepasst hat. Baden ist hier verboten.

Mit Blick auf das Meer haben wir in einem der vielen Fischlokale wieder hervorragend gegessen und hatten dabei Besuch von 2 Katzen, die darauf warteten, dass sie etwas abbekommen.

Auf dem Rückweg haben wir noch die Salinas de Janubio besucht und über die vielen Salzbecken unterschiedlichster Größe gestaunt. Dieses Gebiet bietet für zahlreiche Wasser- und Wandervögel Zuflucht und wurde deshalb von der EU als Vogelschutzgebiet berücksichtigt.

Josefine, die Besitzerin unseres Bed and Breakfast „La Casona de Nazaret“ hat uns angeboten gemeinsam eine Höhle zu besichtigen. Dies haben wir gerne angenommen ohne zu wissen, was uns erwarten würde. Mit 2 Autos sind wir in das Gebiet Malpaís de la Corona (schlechtes Land am La Corona) gefahren. Diese Gebiet und auch die Höhle entstanden vor ca. 3000 Jahren durch den Ausbruch des Vulkans.

Unser Fahrzeug haben wir ein Stück vor unserem Ziel stehen gelassen und sind dann mit Josefines Wagen bis zum Eingang der Höhle „Jameo de la Puerta Falsa“ gefahren. Schon der Einstieg begann recht steil.

Zum Glück hatten wir eine erfahrene Insiderin dabei, die für uns drei Kopflampen eingesteckt hatte. Der Weg durch die Höhle war anspruchsvoll und abenteuerlich. Wir mussten nicht nur klettern, sondern auch durch enge Spalten kriechen und immer wieder aufpassen, dass wir nicht wegrutschen oder auf wackligen Steinen Halt suchen.

An einer Stelle wäre ich am liebsten umgekehrt, weil ich einfach Angst hatte abzurutschen. Dank der Hilfe von Josefine habe ich dann doch alles bewältigt.

Nach eineinhalb Stunden haben wir mit vielen tollen Eindrücken und ordentlich durchgeschwitzt Licht am Ende des Tunnels gesehen.

Nun mussten wir nur noch rausklettern.

Jetzt wurde mir klar, warum ich unseren Wagen an dieser Stelle abstellen sollte. Er stand nämlich ganz in der Nähe. So konnten wir damit zum Eingang zurückfahren, um Josefines Auto zu holen.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir allein den Zugang gefunden und uns das zugetraut hätten. Vielen Dank an Josefine, die uns dieses Abenteuer ermöglicht hat.

Gemeinsam fuhren wir nun noch zu einer Berghöhle, die durch ihre Säulen an eine Kathedrale erinnert. Hier gab es kein Tunnelsystem, so dass wir uns nur den eindrucksvollen Innenbereich anschauten.

Nach diesen beiden tollen Höhlen zog es mich ans Meer. Der Tipp unserer Vermieterin war die Bucht Caletón Blanco. Da wir diese nicht im Nawi eingegeben hatten, parkten wir etwas zu früh und kamen zwar an einen wunderschönen Strand, allerdings gab es hier auch hohe Wellen.

Da es mich auch ins Meer zog, fuhren wir noch ein Stück weiter und fanden nun auch den empfohlenen Strand. Er war so geschützt, dass das Wasser ganz ruhig war und nur weiter draußen die Wellen zu sehen und zu hören waren. Anfangs fühlte sich das Wasser recht kühl an, aber dann war es einfach herrlich. Es ist auch ein tolles Gefühl, am 2. Februar im Atlantik zu baden!

Auf dem Rückweg hielten wir in Arrieta, einem netten Ort an der Küste. Dort fanden wir in der Nähe des Hafens die Bar „El Pisquito“, in der wir ein paar Tapas bestellten: Salat des Hauses, Papas arrugadas, Pimientos de Padron und Babycalamares. Die Portionen waren so groß, dass wir Mühe hatten, die leckeren Speisen aufzuessen. Mit der Rechnung bekamen wir auch hier den für die Kanaren typischen Ron Miel (Rum mit Honig) gereicht.
Bei strahlend blauem Himmel und dem Sonnenuntergang in der Ferne machten wir uns auf den Rückweg.

Teguise im Inselinneren war gut 400 Jahre lang die Hauptstadt der Insel. Hier gibt es einen hübschen Stadtkern mit weiß getünchten Häusern und vielen kleinen Geschäften zu sehen. Die Stadt steht unter Denkmalschutz. Viele Schilder an den Häusern verweisen auf die Vergangenheit.

Strategisch liegt dieser Ort günstig, da man in alle Himmelsrichtungen eine relativ kurze Fahrzeit hat. Wir fuhren von hier aus in Richtung des Weinanbaugebietes von La Geria und besuchten die Bodega „El Grifo“ mit dem dazugehörenden Museum und den Ländereien. Bereits in den 60er Jahren wurde dieses Gebiet vom Museum of Modern Art in New York zum Gesamtkunstwerk (ohne Künstler) erklärt.

Anschließend bogen wir zur Caldera Colorada ab, um eine Wanderung um den „roten Vulkan“ zu unternehmen. Es war teilweise recht windig, aber angenehm warm. Auf dem Rundweg gab es immer wieder Hinweisschilder und Erklärungen, die wir sehr informativ und interessant fanden. Der Vulkan wirkte von den unterschiedlichen Himmelsrichtungen ganz verschieden. Auch das Gestein differierte sehr. So gab es recht kleine Lavasteine in schwarz und manchmal auch rot, aber auch riesige Brocken. Sein zentraler Krater brach 1736 aus und ist Teil der größten Ausbrüche in der Geschichte der Kanarischen Inseln.

Nach dieser schönen Wanderung hatten wir Hunger und entschieden uns, zum Essen wieder ans Meer zu fahren. Ziel war diesmal das Fischerdorf Playa Quemada, ein ruhiger Ort. Wir schlenderten kurz am Wasser entlang und sahen ein paar Gleitschirmflieger in der Ferne. Die Restaurants liegen direkt am Wasser. Von unserem Tisch aus konnten wir einem einzelnen Surfer zuschauen und entdeckten auch ein Segelboot in der Ferne. Das Essen im Restaurante El Pescador (Der Fischer) war wieder reichlich und schmeckte super.

Auf Tipp von Josefine sind wir am nächsten Tag als Erstes zur Cueva de los Verdes gefahren, um diese vor dem großen Touristenansturm zu besuchen. Sie wurde bereits 1964 für Besucher geöffnet und war die 1. touristische Sehenswürdigkeit auf Lanzarote.

Nach kurzer Wartezeit begann unsere ca. 40 minütige Führung durch diese Lavaröhre. Hier gab es über einen Kilometer angelegte Wege, so dass es ein großer Unterschied zu unserer letzten Höhlentour war. Die Besichtigung war sehr interessant und die von Jesús Soto installierte Beleuchtung eindrucksvoll. Die grüne Farbe an den Wänden war mit bloßem Auge nicht zu sehen und zeigte sich erst durch die Kamera.


Im Inneren der Höhle befindet sich ein großer Raum, in dem Konzerte stattfinden können. Allerdings wird dieser nur selten dafür genutzt, weil die weitere Infrastruktur (Toiletten, Gastronomie) fehlt.

Besonders beeindruckt hat uns diese tiefe Schlucht

bis unsere Führerin einen kleinen Stein warf und wir merkten, dass wir durch eine Spiegelung getäuscht wurden. Das Wasser ist an der Stelle nur 25 cm tief.

Nach dieser sehr schönen Besichtigung sind wir nur ein kurzes Stück weiter in Richtung Meer gefahren, um noch eine weitere Höhle anzuschauen, die Jameos del Agua.

Sie ist seit 1966 für Besucher zugänglich. Ihren Namen bekam diese Höhle durch einen im Tunnel gelegenen natürlichen See, in dem winzig kleine blinde weiße Krebse leben.

Die Besichtigung der gesamten durch César Manrique geprägten Anlage erfolgt hier eigenständig. Das Gelände ist auch nicht so groß, wie bei den anderen Höhlen. Vielmehr ist es kommerzieller angelegt, da ein Restaurant, eine Bar, ein großer Raum, der für Hochzeiten gebucht werden kann, ein Pool (nur zum Anschauen) und ein Laden dazugehören. In der Vulkangrotte gibt es zudem einen großen Konzertsaal mit sehr guter Akustik, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden.

Beide besichtigten Höhlen entstanden genau wie die Jameo de la Puerta Falsa durch den Ausbruch des Vulkans Monte Corona. Sie liegen auch in dem selben Gebiet. Das gesamte Höhlensystem hat eine Länge von 8 km. 

Nach den Höhlenbesuchen fuhren wir ein Stück in südlicher Richtung, um die Gesteinsformationen von Los Roferos, auch als Stratified City bekannt, direkt an der Straße LZ-404 zu erkunden. Hier sind wir vor ein paar Tagen schon entlanggekommen, hatten aber die Tour durch die Jameo de la Puerta Falsa vor uns und von daher keine Zeit dafür. Diese Steinformationen sind ebenfalls vulkanischen Ursprungs und sehen alle ganz unterschiedlich und bizarr aus. Einzelne riefen bei mir Assoziationen zu Nationalparks in den USA hervor. Bei Berührung bröckeln sehr leicht kleine Steine (Rofos) ab. In der Landwirtschaft Lanzarotes ist dieses kleine pyroklastische Material ein wichtiges Element. Durch die hohe Porosität können nämlich kleine Mengen Wasser in ihrem Inneren gespeichert werden und sind damit fundamental für die Pflanzen. Der Wasserverbrauch wird in beachtlicher Weise gemindert und die Erträge erhöht. Da die Insel eher dürftige Wasserressourcen hat, sieht man um Pflanzen herum fast überall eine Schicht dieser 2 – 64 mm großen Lapilli.

Anschließend sind wir ans Meer nach Los Cocoteros gefahren und an den Salinas entlanggekommen, wobei wir uns fragten, wie das Salz tatsächlich gewonnen wird.

Die sich ganz in der Nähe befindende Höhle Cueva del Agua hatte uns Josefine empfohlen. Sie ist mit dem Meer verbunden und war in der Abendsonne wunderschön anzusehen.

Unser Tagesprogramm begann mit dem Besuch des Museums LagOmar. Es befindet sich nur ein paar Hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt in wunderschöner Lage mit Blick auf Nazaret und die Vulkane in der Ferne. 

Für diese von César Manrique und Jesús Soto entworfene Anlage wurden Löcher in den vulkanischen Steinbruch geschlagen, um darin Räume, Treppen usw. unterzubringen. Wir waren absolut fasziniert von diesem Besuch. Omar Sharif ging es anscheinend genauso, weil er dieses Anwesen unbedingt kaufen wollte. Allerdings soll er es bereits nach einem Tag beim Bridge wieder verloren haben! Er wusste nicht, dass sein Gegner europäischer Meister in diesem Spiel war.

Es gibt sogar die Möglichkeit auf diesem Gelände ein Apartment mit einem privaten Pool zu mieten. Ob man sich allerdings an diesem Pool aufhalten möchte, wenn tagsüber immer Besucher vorbeikommen, bin ich mir nicht sicher.

Die zum Anwesen gehörende Bar und das Restaurant, die normalerweise auch nach den Öffnungszeiten des Museums besucht werden können, sind aktuell leider geschlossen. Wir wollten nämlich schon einmal abends dort etwas trinken, was uns aber nicht möglich war.
So haben wir unseren Besuch eben bei strahlendem Sonnenschein genossen.

Anschließend sind wir zur Playa Famara gefahren, von wo aus wir eine gut 2-stündige Rundwanderung oberhalb des Strandes gemacht haben. Dabei hatten wir immer einen schönen Ausblick auf die in der Ferne liegende Insel La Graciosa und die Vulkanlandschaft Lanzarotes. Die vorausgesagten 19 Grad waren in der Sonne gefühlt sehr viel wärmer. Den wehenden Wind empfanden wir von daher als sehr angenehm. 

Im benachbarten La Caleta legten wir bei leckerem Kuchen eine verdiente Pause ein. Auf dem Weg dorthin kamen wir an Sanddünen entlang.

Anschließend fuhren wir zum Baden Richtung Osten zur Playa de la Garita bei Arrieta, wo die Wellen und die Brandung weniger gefährlich sind. Das Wasser war wieder herrlich!

Gegessen haben wir im Fischrestaurant auf der Mole von Arrieta, das bei unserem letzten Besuch gerade Ruhetag hatte. Auch hier schmeckte das Essen hervorragend. 

Den Sonnenuntergang dieses wunderschön sonnigen Tages schauten wir uns anschließend in der Nähe des Mirador del Rio an. Dabei hatten wir auch einen tollen Blick auf die gesamte Insel La Graciosa.

Das war ein toller Abschluss eines wunderschönen einwöchigen Urlaubs.

Mallorca im Winter auch in Coronazeiten einfach traumhaft


Nachdem ich mich Anfang Dezember kurz vor meiner Boosterimpfung in der Schule dann auch noch mit dem Coronavirus infiziert hatte und 2 Wochen in Quarantäne verbringen musste ohne die Wohnung verlassen zu dürfen, habe ich mich ganz besonders auf diesen Urlaub gefreut. Allerdings wagte ich nicht so ganz daran zu glauben, dass er auch wirklich stattfinden kann. Die online Einreiseregistrierung habe ich vorgenommen, sie ließ sich aber erst 2 Tage vor Reisebeginn abschließen. Einen Tag vor unserer Abreise wurde Spanien u.a. zum Hochrisikogebiet erklärt. Für uns als Geimpfte hatte das keine Auswirkungen, so dass wir tatsächlich am 26. Dezember ganz früh morgens bei -10 Grad in Berlin nach Mallorca aufbrechen konnten.

Bei unserer Ankunft wurden unsere Impfnachweise und Anmeldungen für den Urlaub geprüft und  stichprobenartig bei einzelnen Reisenden Fieber gemessen.
Der frühe Flug hatte den Vorteil, dass wir schon um 10 Uhr landeten und so gleich einen kompletten Urlaubstag bei 17 Grad und strahlendem Sonnenschein verbringen konnten. Das war ein toller Urlaubsbeginn nach der Kälte in Berlin!

Unser Ferienhaus lag in Sa Ràpita im Süden der Insel ganz nah am Meer. Es ist geschmackvoll eingerichtet und sehr schön.

Wir haben nur unsere Sachen abgestellt und sind dann erst einmal einkaufen gegangen, um uns mit Getränken einzudecken und für das Frühstück vorzusorgen. Danach haben wir die Gegend erkundet und waren begeistert von dem saftigen Grün, was uns überall begegnete

und natürlich dem Meer.

Am Cap de ses Salines sahen wir die Salzberge und das Abbaugebiet des Flor de Sal d´es Trenc. 

Am frühen Abend sind wir passend zum Sonnenuntergang am Meer entlang zum Restaurant gelaufen. 

Der Besuch des Botanischen Gartens Botanicactus bei Ses Salines sollte am nächsten Tag erfolgen. Bei meiner letzten Reise hatte ich diesen zum 1. Mal besucht und war begeistert. Leider war er jedoch geschlossen und auch nicht ersichtlich, wann er wieder öffnen würde. So sind wir weiter nach Cala Figuera gefahren. Der Ort liegt wunderschön am Wasser. Eine fotografische Route ist ausgeschildert und führt an Fischerbooten und Felsenhöhlen entlang. Die Tore der Häuser sind zum Wasser hin ausgerichtet und für die Boote gedacht. Teilweise befinden sich daran Halterungen, damit die Spaziergänger:innen eine Hilfe beim Überqueren der Zugänge haben. Es boten sich uns immer wieder schöne Ausblicke.

Nach dieser tollen Wanderung am Wasser entlang, wollten wir weiter zum Torre Nova laufen und von dort an der Küste entlang zurück. Der Weg war entgegen der Karte, die im Ort aushängt, nicht einfach zu finden. Auch als wir an der Küste angekommen waren, hatten wir Schwierigkeiten, die angegebene Route zu entdecken. Schließlich kamen wir aber immer wieder ans Wasser und sahen spektakuläre Häuser in wunderschöner Lage mit Blick auf das Meer. 

Obwohl wir in Cala Figuera einigen Menschen begegneten, war kein einziges Café oder Restaurant geöffnet.
In Santanyi konnten wir schließlich eine Kaffeepause einlegen. 

Den Sonnenuntergang erlebten wir beim Kloster Santuari de la consolació (Heiligtum des Trostes).

Der Himmel leuchtete anschließend in den Farben blau, rosa, orange – einfach unglaublich! Die Fotos sind alle original und nicht bearbeitet.

Auf dem Weg zum Abendessen entdeckten wir in einer Seitenstraße vom Meer das Restaurant El Bodegón in Sa Ràpita und entschieden uns, heute dieses zu besuchen.

Schon das vorab gereichte Brot mit Aioli und die schwarzen Oliven schmeckte hervorragend. Auch unsere 3 unterschiedlichen Gerichte mit Kartoffeln und Gemüse waren sehr lecker und viel besser als am Vortag. Die große Überraschung erlebten wir dann beim Bezahlen, weil wir hier viel weniger zahlten als am vorigen Abend.

Auf dem Weg in Richtung Norden stellten wir fest, dass es in unserer Gegend viel grüner ist, als im Landesinneren. 
Unser 1. Ziel war das Herrenhaus Els Calderers bei Sant Joan.

Die beiden Schafe begrüßten uns auf der Zufahrt.

Wir besichtigten die Innenräume, die sich über mehrere Etagen erstreckten. Es gab auch einen Innenhof mit einem Brunnen. In den herrschaftlichen Räumen standen überall bei den Sitzgelegenheiten Feuerstellen, die anscheinend zum Wärmen der Füße waren. Der Unterschied der Herrschaftsräume zu denen der Bediensteten war erheblich. Auch die beiden Küchen wiesen große Unterschiede auf.

Im Außenbereich gab es Ländereien, Stallungen und Flächen für die Tiere u.a. Schafe, schwarze Schweine, Hühner, Kuh, Tauben, Gänse, Esel, Pferd. Es war alles sehr gepflegt und schön angelegt, so dass sich der Besuch lohnte.

Auf unserem weiteren Weg legten wir einen Zwischenstopp in Sa Pobla ein, wo wir im Rathaus eine große Krippe mit vielen Handwerkern bestaunten. Die Art erinnerte mich sehr an die Krippen, die ich in Italien gesehen habe.

Bei strahlendem Sonnenschein haben wir den Nachmittag bei Martina und Stefan mit leckerem Kuchen, Kaffee, selbst gemachtem Obstsalat und Aperol Spritz verbracht. Dabei bewunderten wir das große Haus, das sie gemietet hatten mit dem wunderschönen Garten und dem riesigen Pool.

Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns auf den Rückweg.
In Petra war die Kirche so toll beleuchtet, dass wir kurz ausstiegen. Dabei sahen wir einen Mönch, der die Kirche sogar aufschloss, so dass wir sie auch noch besichtigen konnten. Sie war weihnachtlich geschmückt. Die Krippe war für mich besonders, weil sich nur Jesus darin befand.

Zurück in Sa Ràpita stellten wir fest, dass das Restaurant, das wir heute besuchen wollten, geschlossen war. Ein weiteres, dass wir entdeckten, war so ausgebucht, dass wir mindestens 2 Stunden hätten warten müssen. So beschlossen wir, wieder in das vom Vortag zu gehen, zumal Gerste und ich die Nudel-Paella „Findeuá“ probieren wollten. Das war eine ausgesprochen gute Wahl, weil sie super lecker schmeckte.

Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen nach Palma zu fahren.

Wir wollten die Kathedrale besichtigen, die wir bei unserem letzten Ausflug vor einigen Jahren nur von außen bewundern konnten, weil wir zu spät da waren. Dank Recherche im Internet wussten wir, dass sie um 14:15 Uhr schließen würde. Von daher haben wir unseren Stadtrundgang hier begonnen.

Auch dieser Kircheninnenraum war sehr schön weihnachtlich geschmückt und in ähnlicher Art wie die Kirche in Petra. Die Krippe war zusätzlich zu Maria, Josef und dem Jesuskind mit Brot, Obst und Krügen ausgestattet, was mir sehr gefiel. 

Die Kathedrale hat einige Seitenschiffe, die verschiedenen Heiligen gewidmet sind. Besonders eindrucksvoll fanden wir die Kapelle rechts vom Hauptschiff. Hier sah es für uns so aus, als hätte man vor die Wände Motive aus dem Meer angebracht. Leider wurde für uns der Hintergrund nicht deutlich. Wenn auch ungewöhnlich, so sah es sehr interessant aus.

Anschließend liefen wir durch den weihnachtlich geschmückten Passeig des Born, wo wir bei unserer Ankunft schon aus dem Auto die roten Schaufensterpuppen auf einem Balkon entdeckt hatten. 

Beim weiteren Spaziergang durch die Stadt fühlten wir uns an Gaudí erinnert und entdeckten immer wieder Ecken, die unser Interesse weckten.

In Palma gibt es seit kurzem eine kostenlose Buslinie, die Circular. Es ist eine Rundlinie, die 25 Minuten braucht. Ein nur 10,5 Meter langer Bus schlängelt sich teilweise durch die engen Gassen der Innenstadt. In diesem Teil war die Fahrt sehr interessant. Im weiteren Verlauf lohnte sie sich allerdings nicht wirklich.

Das etwas abseits von der Innenstadt auf einem Hügel gelegene Castell de Bellver war unser nächstes Ziel. Das hatte ich bisher noch nicht besichtigt. Es ist ein ungewöhnlicher Rundbau mit 2 Etagen.

Von hier aus hat man eine wunderschöne Sicht auf die Stadt und den Yachthafen.

Als wir nach ca. 2 Stunden zu unserem Mietwagen zurückkamen, stand ein Polizeifahrzeug mit mehreren Polizist:innen dahinter. Zuerst dachten wir, dass wir doch irgendwo ein Parkticket hätten ziehen müssen und nun zur Kasse gebeten würden. Dies war jedoch nicht der Fall. Stattdessen erklärten sie uns, dass versucht wurde, in das Fahrzeug einzubrechen, was wohl bei mehreren Autos auf dem Parkplatz geschehen ist.

Anscheinend haben sie unser Auto jedoch nicht aufbekommen oder sie wurden gestört. Wir hatten auch keine Wertsachen drinnen gelassen. Das Nawi war noch da und unsere zurückgelassenen Jacken ebenfalls. Nach einem kurzen Schreck machten wir uns auf den Rückweg. Die Sonne ging gerade unter als wir in Sa Ràpita ankamen. Die Farbe des Himmels reizte mich so sehr, dass ich gleich noch zum Meer laufen musste, was sich auch absolut gelohnt hat. 

Zum Abendessen hatten wir im Restaurant Riva einen Tisch reserviert, in dem wir am Vortag keinen Platz bekommen hatten. Wir wurden sofort auf deutsch angesprochen. Anscheinend ist der Besitzer ein Deutscher und erkennt sofort, wenn jemand kein Einheimischer ist oder jeder kennt hier im Ort jeden und man weiß sofort, wer als Urlauber:in unterwegs ist. 
Als Vorspeise haben wir wie bisher in jedem Restaurant Aioli mit Brot und Oliven bekommen, wobei die Aioli überall anders schmeckte. Auch diesmal war sie wieder sehr lecker. Unsere Gerichte schmeckten ebenfalls sehr gut, waren aber auch ziemlich teuer. 


Am nächsten Morgen war die Insel in Nebel gehüllt. Über den Feldern sah es sehr schön aus und die Stimmung war ganz besonders. 

Unser heutiger Ausflug ging zum Naturpark Mondragó. Der Weg dorthin war wieder von tollen Aussichten begleitet.

Vom Parkplatz aus nahmen wir die Wanderwege 3 und 2 an der Küste entlang und konnten uns an der Natur, dem türkisblauen Wasser und dem Ausblick darauf gar nicht satt sehen. Es war in der Sonne so warm, dass wir ins Schwitzen gerieten. Ein paar Menschen badeten sogar.

Unterwegs sahen wir immer wieder Baumheide, die im Schatten noch feucht war.

Nach dieser tollen Wanderung fuhren wir nach Portopetro, wo allerdings alle Sonnenplätze für einen Kaffee draußen besetzt waren. So fuhren wir weiter nach Cala d´Or, wo wir im sehr mondänen Yachthafen leckeren Apfelkuchen bestellten, der mit Vanilleeis und Schlagsahne serviert wurde und sehr lecker war. Hier konnten wir zudem draußen in der Sonne sitzen. 

Anschließend wollten wir uns Portocolom, das im Reiseführer als idyllischer Fischerort beschrieben wurde, anschauen. Hier war aber eine große Baustelle, so dass wir uns lieber zum Kloster Sant Salvador aufmachten. Die Straße dorthin schlängelte sich in unzähligen Kehren nach oben.
Der Ausblick in 510 m Höhe war sagenhaft. 

Wir blieben bis zum Sonnenuntergang und bewunderten die in Wolken gehüllten Felder und das Farbspiel am Himmel. 

Wie schon am Morgen fuhren wir auch auf unserem Rückweg durch in Nebel gehüllte Wege.

Am letzten Tag des Jahres sind wir wieder bei Morgennebel aufgewacht. Bei der Fahrt ins Landesinnere verschwand er dann bald.


Auf dem Puig de Randa (542 m) konnten wir in der Ferne die Nebelschwaden im Sonnenschein sehen. 

In Cala Rajada sind wir an der wunderschön angelegten Strandpromenade entlanggelaufen. Hier am Wasser bewegten sich die Wolken schnell und hüllten immer wieder die Umgebung ein, so dass wir manchmal in der Ferne kaum etwas erkennen konnten. Das war ein wahres Schauspiel.